Uhren, wie wir sie heute kennen, als Armbanduhr oder als Uhr, die an der Wand hängt, gibt es noch nicht so lange. Wie haben denn dann die Menschen früher gewusst, wie spät es ist?
Eine sehr bekannte Lösung war die Sonnenuhr. Mit der Hilfe des Standes der Sonne wurde die Tageszeit ermittelt. Dabei bediente man sich meistens eines linienförmigen Schattens eines Stabes. Der Stabschatten dreht sich während des Tages auf dem mit Tagesstunden versehenen Ziffernblatt. Eine solche Sonnenuhr konnte natürlich nicht so genau sein wie die heutigen Uhren mit Minuten- und Sekundenanzeigern. Und bei der Benutzung einer Sonnenuhr ist man darauf angewiesen, dass die Sonne scheint. Wenn es sehr wolkig ist oder in der Nacht, funktioniert die Sonnenuhr nicht.
Ich glaube, dass war den Menschen früher auch nicht so wichtig. Sie hatten ein etwas anderes Verhältnis zur Zeit, da kam es nicht so sehr auf die Minute an. Eigentlich schön, wenn ich sehe, welchen Terminstress heute viele Menschen, und nicht nur Erwachsene, haben. Ferien oder Urlaub sind eine gute Möglichkeit, ein wenig wie die Menschen früher zu leben: mit weniger Stress, zur Erholung; ob die Sonne nun scheint (ist natürlich schöner) oder nicht. Deswegen wünsche ich Ihnen und Euch eine schöne, erholsame Ferien- oder / und Urlaubszeit.
Zugleich darf ich mich auch auf diesem Wege bei Ihnen, liebe erwachsene Pfarrangehörigen und bei Euch, liebe Kinder und Jugendlichen, verabschieden. Meine Zeit hier in der Pfarreiengemeinschaft Bärnau-Hohenthan-Schwarzenbach geht zu Ende. Zu Beginn der Ferien ziehen meine Pfarr¬haushälterin, Frau Marianne Vogl, und ich an die neue Dienststelle nach Hirschau um. Ich konnte bei Ihnen / Euch nur sechs Jahre sein. Zu meinem Amtsantritt im September 2013 hätte ich nie gedacht, jetzt schon wieder eine neue Dienststelle anzutreten. Aber Ausnahmen bestätigen die Regel und einiges ist – meiner Meinung nach – nicht so eingetreten, wie ich es vorgehabt hätte. Zum Instrumentarium der Führung einer Pfarrei oder mehrerer Pfarreien gehört nicht nur der technische Verwaltungsapparat, dazu ge¬hört auf jeden Fall, und das zuvorderst das Menschliche (mit eigenen, verschiedenen Ideen, Einfällen, Vorschlägen …), also eine gewisse Offenheit. Daran hat es teilweise gefehlt. Wie dem auch sei: Ich möchte allen danken, die den neuen Weg der Pfarreiengemeinschaft mitgegangen sind, die Gedanken weiter gesponnen haben und mich durch Ihr Wohlwollen unterstützt haben. Vergelt’s Gott dafür!
Das Bild der Sonnenuhr oben kennen die Ministranten/-innen, die bei unserem großen Ausflug in der Pfalz/Heilsbach im Jahr 2016 dabei waren – sie ist an der Hauswand des Walburga-Hauses angebracht. Um sie herum stehen die Worte von Dietrich Bonhoeffer:
Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist mit uns am Abend und am Morgen,
und ganz gewiss an jedem neuen Tag.
Er ist bei Ihnen und bei Euch mit dem neuen Pfarrer und auch bei mir in den neuen Pfarreien. Auf Wiedersehen und Gott befohlen!
Ihr Pfarrer